Ev.-luth. Kirchgemeinden

Leisnig - Tragnitz und Altenhof

St. Pankratiuskirche

Malerisch an der Mulde gelegen befindet sich die Tragnitzer St. Pankratiuskirche. Cornelius Gurlitt bezeichnete sie 1902 als „die schönste Kirche dieser Art, die ich im Lande kenne, eine Perle, die nicht beschädigt werden sollte.“

Im 15. Jahrhundert wurde die spätgotische Kirche erbaut. Aus dieser Zeit erhalten ist im Inneren das aus Porphyr gehauene Sakramentshäuschen sowie eine Madonnenfigur, die dem Typus der „Schönen Madonnen“ der Zeit um 1420 folgt. Direkt unter der Orgelempore befindet sich ein sechsplätziges gotisches Gestühl aus Eichenholz mit geschnitzter Weinrankenornamentik, vermutlich aus dem nahegelegen Kloster Buch. 

Nach dem Durchzug der Schweden erfolgte ab 1652 eine Renovierung und Neuausstattung des Kircheninneren. Aus dem 17. Jahrhundert stammt der Altar, geschaffen von den Künstlern Valentin Otte und Johann Richter, sowie die Kanzel. Eindruckvoll ragt an der Nordseite des Chores ein hochgelegener Schüler- oder Singechor in den Raum vor. Auf den Brüstungsfelder sind alttestamentliche Episoden dargestellt, in welchen Musik zum Lobe Gottes eine Rolle spielt. Weiterhin findet sich aus dieser Zeit im Chor ein nicht bemaltes Kirchvorstehergestühl sowie zwei barocke evangelische Beicht- und Betstühle. 

Für die notwendigen Umbauarbeiten Anfang des 20. Jahrhundert konnten der bedeutende Jugendstilarchitekt Fritz Drechsler und der Leipziger Künstler Paul-Horst Schulze gewonnen werden. Die Felderdecke aus dem Chor wurde im Langhaus fortgeführt und durch eine Darstellung des Christkönigs auf dem Himmelsthron erweitert. Engelmotive finden sich nicht nur auf diesem Gemälde, sondern auch an der Chorwand und auf den Leuchtern. Sehenswert sind außerdem die gut erhaltenen großen bunten Glasfenster im besten Jugendstil. Dies und vieles Weitere können Sie in der Tragnitzer Dorfkirche entdecken, die trotz der unzähligen Kostbarkeiten nicht überladen wirkt, da sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt. 

Durch das Hochwasser 2002 wurde auch die Tragnitzer Kirche in Mitleidenschaft gezogen, so dass der Fußboden, die Podeste und die Heizung im Kirchenschiff erneuert werden mussten.

Umfangreiche Baumaßnahmen nahmen im Herbst 2005 ihren Anfang. Der erste Bauabschnitt bezog sich dabei auf den Altarraum, von dessen Holzdecke immer häufiger Farbstücke abfielen. Außerdem breitete sich vom Dach her der Schwamm immer weiter aus. Dank der Unterstützung der Stadt Leisnig, durch die Förderung der Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Gelder vom Regierungspräsidium und der sächsischen Landeskirche sowie natürlich unzähliger Spenden von Gemeindegliedern wurde die Baumaßnahme in Höhe von weit über 200.000 Euro möglich. Im Sommer 2006 konnte der Abschluss des ersten Bauabschnitts gefeiert werden.

2008 konnte aufgrund des Engagements der Tragnitzer Kirchgemeinde, der Stadt Leisnig, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Ev.-Luth. Landeskirche, des ehemaligen Regierungspräsidiums und vieler einzelner Spenderinnen und Spender der zweite Bauabschnitt, die Renovierung des Kirchenschiffes mit Chorraum samt Orgel in Angriff genommen werden, so dass die Kirche nicht mehr dem starken Schwammbefall preisgegeben ist.
Aufgrund des Artikels in der Zeitschrift "Monumente" wurden deutschlandweit Menschen auf die Tragnitzer Kirche aufmerksam, spendeten und nutzten die Möglichkeiten eines Besuchs. So konnte auch diese zweite Bauabschnitt mit rund 432.000 Euro finanziert werden.

2014 feierten wir mit zahlreichen Veranstaltungen sowie einer Dauerausstellung "800 Jahre St.-Pankratius-Kirche".
Nach dem ersten und zweiten Bauabschnitt konnte nun auch der dritte Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Dieser Bauabschnitt umfasste die Renovierung des Kirchturmes mit Rekonstruktion der alten Kirchturmspitze sowie der Herstellung eines neuen Geläutes.

Mit der Sanierung des Kirchturmes wurde nach fast 40 Jahren wieder eine Turmspitze aufgebaut.
Auch die alten Stahlglocken, von denen zuletzt nur noch eine geläutet werden durfte, wurden durch neue Bronzeglocken ersetzt. Am 20. Mai 2014 wurden daher die drei alten Glocken nach ca. 90 Jahren Dienst aus dem Kirchturm herausgehoben. Die neuen Bronzeglocken wurden in der Glocken- und Kunstgiesserei Petit & Gebr. Edelbrock gegossen. Die Bibelverse der Bronzeglocken von 1889 sind überliefert sowie ein Hinweis auf die damaligen Symbole: Auge Gottes, gekreuzigter Heiland, Taube. Der Tragnitzer Kirchenvorstand beschloss, sich in diese Tradition zu stellen. Gleichzeitig werden durch die Gestaltung der Bildmotive der Künstlerin Maria Ondrej neue Akzente gesetzt.

Allerdings konnten noch nicht alle Eigenmittel aufgebracht werden und somit konnten vorerst nur zwei von drei Bronzeglocken gegossen werden. Die Glockenweihe fand im Rahmen der Adventsmusik am 07. Dezember 2014 statt.

Aufgrund des Engagements unseres Tragnitzer Kirchenvorstandes, der Stadt Leisnig, sowie Dank der Zusagen von Geldern aus dem Fördermittelprogramm der Stadtsanierung, der Stiftungen DSD und KiBa sowie des Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamtes Sachsens und den zahlreichen Spendern konnte dieser dritte und nunmehr letzte Bauabschnitt finanziert werden.

Bilder des 3. Bauabschnittes können Sie hier ansehen.

Für den Guss der dritten Glocke werden weitere 18.000€ Spenden benötigt.

 

Unzählige Besucher konnten in den vergangenen Jahren in der einzigartig schönen Kirche mit den über 50 Engelmotiven aus den unterschiedlichen Zeit- und Kunstepochen willkommen geheißen werden. Besondern schön ist es, wenn diese nicht nur die Kirche als Kunstwerk erleben, sondern als Haus Gottes, in dem die Gemeinde sich regelmäßig versammelt und die Gottesdienste und Musiken aktiv mit ausgestaltet. So wirkt z.B. Jahr für Jahr der Ehepaarkreis zum Gottesdienst anlässlich des Michaelistages mit. Jung und Alt bringen sich beim modern gestalteten Krippenspiel ein, das am 2. Weihnachtsfeiertag 9.30 Uhr aufgeführt wird und für manch einen in der gesamten Region einer der Höhepunkte der Weihnachtsfeiertage ist.

In der Jahresmitte wird gemeinsam mit der Schwesternkirchgemeinde Leisnig die Jubelkonfirmation gefeiert, wobei für den Nachmittag nach Tragnitz zur Sommermusik mit anschließenden Kaffeetrinken eingeladen wird – mit leckerem selbstgebackenem Kuchen. Rundherum kann dann alles miteinander genossen werden – das Essen, die Gemeinschaft, die Musik und unser Schmuckstück: die St. Pankratiuskirche.

Wir hoffen, Sie sind neugierig geworden und kommen uns aus Nah und Fern in diesem einzigartig schönem Gotteshaus besuchen: am besten zu einer unserer vielen Veranstaltungen. Sie sind  HERZLICH WILLKOMMEN.

nächste Veranstaltungen

BIETZ!
Fr 21. Jul / 00:00 Uhr
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Sa 22. Jul / 20:00 - 23:00 Uhr
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Fr 21. Jul / 00:00 Uhr
Gemeinsamer Sommergottesdienst
So 23. Jul / 09:00 - 10:00 Uhr
Sommergottesdienst
So 23. Jul / 10:15 - 11:45 Uhr
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So 23. Jul / 10:15 - 11:45 Uhr
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