Ev.-luth. Kirchgemeinden

Leisnig - Tragnitz und Altenhof

Predigt Jubelkonfirmation 2015

Predigt zur Jubelkonfirmation 2015

Predigttext

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See (Matthäus 14,22-33)

Gleich danach befahl Jesus seinen Jüngern, in ihr Boot zu steigen und an das andere Ufer des Sees vorauszufahren. Er selbst blieb zurück, um die Leute zu verabschieden.
Dann ging er allein auf einen Berg, um zu beten. Es wurde Nacht.
Das Boot war noch weit draußen auf dem See, da brach ein schwerer Sturm los. Die Jünger konnten kaum noch steuern.
In den frühen Morgenstunden kam Jesus auf dem Wasser zu ihnen.
Als die Jünger ihn sahen, schrien sie vor Entsetzen, denn sie hielten ihn für ein Gespenst.
Aber Jesus sprach sie sofort an: "Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!"
Da rief Petrus: "Herr, wenn du es wirklich bist, lass mich auf dem Wasser zu dir kommen."
"Komm her!", antwortete Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging Jesus auf dem Wasser entgegen.
Als Petrus aber die hohen Wellen sah, erschrak er, und im selben Augenblick begann er zu sinken. "Herr, hilf mir!", schrie er.
Jesus streckte ihm die Hand entgegen, ergriff ihn und sagte: "Hast du so wenig Glauben, Petrus? Vertrau mir doch!"
Sie stiegen ins Boot, und der Sturm legte sich.
Da fielen sie alle vor Jesus nieder und riefen: "Du bist wirklich der Sohn Gottes!"

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.
Lasst uns in der Stille um den Segen Gottes für die Predigt bitten.
O Herr hilf, o Herr lass wohlgelingen. Amen.

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Angehörige und Freunde, liebe Gemeinde!

Was für ein würdiger Moment… solch ein Einzug… und ich weiß nicht, inwieweit ihre Gedanken zurückwanderten – zum Einzug damals… zur Konfirmation.
Wie jung waren sie damals… wie viele Ideen, vielleicht auch Flausen steckten in den Köpfen…
Und wahrscheinlich erinnern sie sich auch an den einen oder anderen Blödsinn, den sie damals anstellten…davon gehe ich doch aus?
Haben Sie brav die Bibelverse und Liedtexte auswendig gelernt?... keine Angst, ich frage sie jetzt nicht ab…
Als Konfirmandin musste ich damals so gut wie nichts lernen… und das, was ich mir für die Prüfung einprägen musste, habe ich – ehrlich gesagt - wieder vergessen…
Aber da gab es etwas anderes, was für mich wichtig wurde: Jugendliche, die an Jesus glaubten und total viel mit Gott erlebten. Das machte mich neugierig… und ich war der Meinung, wenn die Wunder erleben können – dann müsste das doch in meinem Leben auch funktionieren. Und so ließ ich mich auf das Abenteuer Glauben ein und erlebte Erstaunliches mit Jesus… schon damals, als Konfirmandin… bis in die jetzige Zeit hinein.

Bei Außenseiter – Spitzenreiter gab es immer den schönen Abschlusssatz: Bleiben sie schön neugierig.

Genau diesen Satz möchte ich ihnen für ihre Beziehung mit Gott heute mitgeben.

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde!

Den heutigen Bibeltext von Jesus und dem sinkenden Petrus auf dem See werden viele von ihnen – so nehme ich an –kennen. 
Mitten in den Sturm waren die Jünger damals mitten auf dem See geraten. Die Wellen schlugen hoch, der Überlebenskampf begann. 
Ich nehme an, so manchen Lebensturm haben auch sie, liebe Jubelkonfirmanden sowie liebe Angehörige und liebe Gemeinde, in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erlebt bzw. durchlitten.
Manchmal wird man davon überrascht – so wie bei den Jüngern auf See… manches Mal steigert es sich in eine Katastrophe hinein, doch man hofft bis zuletzt, dass sie doch nicht eintritt. Immerhin hat man doch gebetet, immerhin ist man doch gesegnet. Immerhin gehört man doch zu Jesus.

Doch so wie die Jünger bleiben einen bestimmte Katastrophen nicht erspart.
Und bei manch einer Situation droht wie die förmlich unterzugehen. 

Und Jesus… der scheint weit weg.

So werden auch die Jünger damals gedacht haben. Alleingelassen im Boot… mitten im Sturm des Lebens… das Wasser stand ihnen bis Oberkante Unterlippe… und dann die nächste Welle… Na schönen Dank 

kein fester Grund unter den Füßen… stattdessen das Land weit weg… und Jesus eben auch.

Gott, wo bist du, warum lässt du das zu? Warum hilfst du nicht? Dabei schreien wir nach dir? Du könntest doch endlich dafür sorgen, dass sich die Lage beruhigt und es uns wieder gut geht. 

Solche Wünsche kennen auch wir… sowie die Enttäuschung, dass Gott oft nicht so handelt, wie wir es uns wünschen.

Die Jünger damals, sie werden auch ihre Vorstellungen gehabt haben, wie Jesus eingreifen könnte. Womit sie nicht rechneten, war, dass Jesus auf dem Wasser zu ihnen kommt.
In der schweren Notzeit blieben sie eben nicht neugierig auf das, was Jesus tun wird. 

Denn das Jesus auf dem Wasser geht… das war unvorstellbar… ja unglaublich. 

Ganz ehrlich wird berichtet, dass die Jünger meinten, es wäre ein Gespenst. 

Doch dann hören sie Jesus sagen: "Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!"

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde!

Auf dem Bild ist Jesus abgebildet, wie er auf dem Wasser steht. Der Heiligenschein mit dem Kreuz macht es sichtbar: es ist wirklich Jesus. Und der Künstler hat noch etwas anderes für uns Betrachter gezeichnet: ein Buch, das Jesus hält, also die Bibel, Gottes Wort.
Dem Künstler war klar: Gerade in schweren Zeiten sprechen Bibelworte als Gottes Worte zu uns… berühren uns im Herzen …
Auf einmal merken wir, diese Bibelworte gelten uns in den Lebensstürmen persönlich …
Es sind Worte wie die aus dem heutigen Evangelium: "Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht!"

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde!

Beten ist also nicht nur zu Gott reden… ja in schweren Stunden zu ihm schreien und klagen, sondern Gebet heißt auch hören… und Gottes Wort hören und lesen. 

Wie viele von Ihnen könnten jetzt von eigenen Erfahrungen berichten… wie die Herrnhuter Losung, der Wochenpsalm, die fortlaufende Bibellese oder eine Karte mit Bibelspruch einen im Innersten berührte.

Mit einem Mal wusste man, Jesus ist wirklich da… und: er wird mich nicht untergehen lassen, sondern er wird mir helfen. 

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde!
Petrus, dieser Vorlaute, der wollte es natürlich ganz genau wissen.
Er riskierte die große Lippe und sagt zu Jesus: 
"Herr, wenn du es wirklich bist, lass mich auf dem Wasser zu dir kommen."

Daraufhin bleibt Jesus eigentlich gar nichts anders übrig als zu antworten: "Komm her!"

Und Petrus, er setzte dies in die Tat um. Wissen Sie, ob er sofort unterging?
Petrus stieg aus dem Boot und ging Jesus auf dem Wasser entgegen.
Petrus erlebte dieses Wunder… solange er auf Jesus schaute… Jesus also im Blick hatte.
Doch dann heißt es eben im Text weiter: Als Petrus aber die hohen Wellen sah, erschrak er, und im selben Augenblick begann er zu sinken.
Auf einmal war er wieder auf die Probleme fixiert… und schien nun in diesen unter zu gehen. Kennen wir das nicht auch? Wenn wir auf unsere Sorgen und Probleme fixiert sind, ziehen uns diese wie ein Strudel nach unten… immer tiefer und tiefer… so dass wir drohen unterzugehen… so wie Petrus
Doch Jesus… und das sehen wir auf dem Bild wunderschön dargestellt…. Jesus ergreift ihn und sagt: "Hast du so wenig Glauben, Petrus? Vertrau mir doch!"

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde! 

Martin Luther hat dem Bibeltext die uns bekannte Überschrift gegeben: Jesus und der sinkende Petrus auf dem See 

Müsste die Überschrift nicht eher lauten: Jesus rettet… oder sogar: Petrus läuft auf dem See… bzw. der Lebenssturm hat nicht das letzte Wort
oder auch: Jesus bewahrt vor dem Untergehen 

Dieses Bild, das sie heute mitbekommen, zeigt, wie Jesus hilft. Es ist ein Bild, das mutig sowie neugierig machen soll: vertraue Jesus… traue ihm alles zu 

Denn Jesus kommt uns nahe… oft anders als erwartet… aber er hat uns im Blick… gerade auch in allen Stürmen des Lebens. Er lässt uns nicht untergehen. 

Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde! 

Vielleicht nehmen sie gerade heute bewusst wahr, in wie vielen schwierigen Situationen Gott ihnen bereits geholfen hat und können heute bewusst dafür Gott danken.

Die im Schiff abgebildeten Jünger erheben die Hände nach oben, um so Jesus zu danken. 

Wir sitzen heute im Kirchenschiff und dürfen bewusst wahrnehmen, dass Gott auch heutzutage noch wirkt… und an vielen Stellen in all den Jahren geholfen hat. Wie viel Grund haben auch wir, Gott dafür zu loben. 

Und noch einen letzten Aspekt möchte ich ihnen mit auf den Weg geben: dieser Petrus, er geht in den Todesfluten nicht unter. Dies heißt übertragen für uns: auch wir, die wir an Jesus glauben, werden am Ende unseres Lebens nicht im Tod versinken… sondern Jesus wird uns herausholen… und uns ewiges Leben schenken. 

Doch bis dahin sind wir eingeladen, mitten im Alltag Jesus in den Blick zu bekommen… mit ihm zu reden, auf ihn zu hören… und sein Wort zu lesen. Bleiben Sie in diesem Sinne: schön neugierig. Amen. 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.

Pfarrerin Katja Schulze, Leisnig 2015

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